Wieder eine Jeans

Vor einigen Wochen habe ich bei Jeanette von #kurz_genäht auf Instagram eine Jeans aus der aktuellen Ottobrewoman (Wide Lee & High Rise Jeans) gesehen und gedacht, dass ich diese Jeans auch einmal ausprobieren möchte. Ich fand, sie saß bei Jeanette ausgesprochen gut. Da ich diese Ausgabe habe, war der Schnitt schnell erstellt. Allerdings mußte ich feststellen, dass der Vorderteilschnitt viel schmaler war als alle meine Jeansschnitte, die ich bisher genäht habe. Und so habe ich den Schnitt im Vorderteil um ca. 2 cm breiter gemacht. Das Rückenteil allerdings war breiter als meine bisherigen Schnitte. Das habe ich allerdings nicht verändert. Das hintere Hosenteil ist so wie im Schnitt vorgesehen geblieben.

Also habe ich die Hose zugeschnitten und erst einmal probeweise zusammengeheftet. Da mußte ich dann feststellen, dass die Hose viel zu groß war. Also habe ich den Schnitt in der Größe 38 abgezeichnet und den Schnitt auf meine bereits zugeschnittenen Schnittteile gelegt und neu zugeschnitten.

Aber wenn da einmal der Wurm drin ist, dann klappt das bei mir nicht mehr so 100-prozentig.

 Also, so auf den 1. Blick sieht sie ganz gut aus. Aber sie ist mir im Bundbereich viel zu groß. Mit einem Gürtel geht es und da ich sowieso immer was drüber trage, ist es ok. Ich denke, es wird die Jeans werden, die auf Reisen sehr bequem ist, weil nichts kneift oder klemmt.

Der Hosenbund sitzt sehr hoch und der Schrittbereich sitzt etwas zu tief. Hm, es geht. Warum der Stoff jetzt auf dem Foto eher schwarz als dunkelblau ist weiß ich nicht. Aber als Taschenfutter habe ich einen Rest eines langgehüteten Stoffschätzchens genommen. Auch von innen soll es schön sein.

Auf dem Foto sieht man ganz gut, dass die Jeans hinten nicht richtig sitzt. Sie wirft Falten im Bereich der Passe. Aber ich habe auch keine Lust darauf, einen 3-fach-Stich aufzutrennen und die Hose noch einmal auseinander zu nehmen. Das bleibt jetzt so.

Natürlich sitzen auch auf dieser Jenas, wie auf allen, die ich bisher genäht habe, wieder die kleinen Fliegen.

Abgesteppt habe ich alles mit weißem Baumwollgarn im 3-fach-Stich und die Hosenschlaufen habe ich hinten überkreuz gesetzt. Das habe ich bei einer meiner gekauften Jeans und das finde ich ganz schön. Der Stoff ist ein ganz klein wenig elastisch. An allen für Jeans typischen Stellen sind kleine Nieten angebracht. Die Hosenbeine sind im Original stärker ausgestellt. Das habe ich schon bei der Schnittherstellung berücksichtigt und habe die Beine direkt etwas enger gemacht.

Auf den Aufhänger habe ich den Schnittnamen aufgestickt damit ich im Nachhinein noch weiss, welchen Schnitt ich für die jeweilige Jeans genommen habe. Außerdem kann man hier ganz gut erkennen, dass ich noch einiges aus der Naht rausgenommen habe.

Auf den Fotos meiner April-Blusen trage ich übrigens die Jeans, denn ich habe gerade gesehen, dass ich die Hose garnicht in voller Länge auf den heutigen Fotos habe.

Fazit:

Wenn ich alle meine selbstgenähten Jeans betrachte und es sind schon 6, so muss ich sagen, dass an 1. Stelle der Ginger-Schnitt steht und an 2. Stelle der Schnitt von StoffundStil. Die beiden Schnitte sitzen bei mir bisher am besten.

Und nun mache ich mir eine Tasse Kaffee und schaue, was es heute auf dem MMM-Laufsteg alles Schönes gibt. Sybille zeigt heute ein schönes Sommeroutfit und läutet den Wonnemonat Mai ein. Ich bin auch noch auf der Suche nach Schnitten für den Sommer.

 

 

 

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Kommentare

  • Sandra sagt:

    Die Ziernähte sind klasse, den gestickten Schnittnamen muß ich mir unbedingt merken.
    Und gerade auf Reisen braucht man schließlich schöne, bequeme Jeans 😉
    Liebe Grüße!
    Sandra

  • Sarah sagt:

    Schade dass sie nicht 100% toll ist, sieht nämlich von weitem so aus… aber ein schöner Erfahrungsbericht, danke… und die schreibfunktion meiner Maschine muss ich auch öfter mal nutzen… lg Sarah

    • Epilele sagt:

      Ihr habt recht, ich bin wohl sehr kritisch bei meinen Nähsachen. Wer es nicht weiß, sieht es auch nicht. Ich werde die Jeans tragen, denn es steckt viel Arbeit drin.

  • Moni K sagt:

    Wie schade! So viel Arbeit und du bist nicht zufrieden! Aber du hast ja noch 2 bewährte Schnitt auf die du zurückgreifen kannst. Ich glaube außerdem, dass eine Kaufjeans selten so gut sitzt.
    LG Monika

    • Epilele sagt:

      Das ist für mich eben auch Nähen – ausprobieren. In der Regel ist ja nur die Zeit das Kostbare. Wenn ich dafür etwas kaufen müßte, wäre ich schon sehr geizig. Die Jeans wird auf jeden Fall getragen.

  • Kuestensocke sagt:

    Jammern auf hohem Niveau 😉 Kaufjeans kommen Dir ja schon lange nicht mehr ins Haus weil die selbsst genähten einfach besser sitzen. Die blusen sind toll zur Jeans und Deine kleinen Stickereien mag ich gern. LG Kuestensocke

    • Epilele sagt:

      Ja, Du hast ja recht, es ist jammern auf hohem Niveau. Aber Du weißt von Dir selbst, wie kritisch man oft ist. Andere sehen das garnicht, was da manchmal stört. Ich Danke Dir für das Lob.

  • Pia S.L. sagt:

    Das ist ja eine Wahnsinns Jeans, ganz großes Kompliment!!!!

  • Bellana sagt:

    Da Du sehr schlank bist, fallen so kleine Mängel kaum auf. Ich bewundere alle, die ihre Hosen selber nähen, jedenfalls passt auch diese Hose vermutlich besser als jede Kaufhose.
    Grüßle Bellana

    • Epilele sagt:

      Ich finde dieses Hosennähen mittlerweile sehr spannend. Jetzt kommt die Phase des ausprobierens. Ich habe so viele Ideen im Kopf, die ich gerne umsetzen würde. Viele Jeans haben so schönen Schnickschnack und den will ich mal probieren. Man wird sehen.

  • Susanne sagt:

    Mit den Ottobreschnitten habe ich auch so meine Schwierigkeiten, zumal ich da zwischen zwei Größen liege.
    Trotzdem, schon durch deine Verarbeitung eine schöne Jeans, auch wenn sie nicht dein Liebling werden wird.
    LG von Susanne

    • Epilele sagt:

      Ja, Du hast Recht Susanne. Bei den Ottobre-Schnitten liege ich auch oft zwischen den Größen und dann ist es doch etwas schwieriger es passend zu machen.

  • Katrin sagt:

    Ich bin SOOO gern auf Deinem Blog unterwegs ! Du bist mir eine wirklich große Inspiration , weil Deine „Nähgeschichten “ sehr autentisch ankommen. Die Jeans sieht ganz toll aus, obwohl Du nicht so ganz glücklich bist .Da habe ich auch gleich wieder Lust, eine Hose zu probieren.
    Ganz herzliche Grüße, Katrin

    • Epilele sagt:

      Liebe Katrin, ich bin ja ganz gerührt von dem, was Du da schreibst. Vielen Dank, dass Dir meine „Nähgeschichten“ so gut gefallen. Ich kann nur so schreiben, wie ich empfinde und ich meine immer, das ist doch auch Sinn des Bloggens oder? Ich meine, wir zeigen hier Kleidung, die wir genäht haben und da freue ich mich auch immer, wenn ausführlich über einen Schnitt geschrieben wird. Das merke ich mir in der Regel oder mache mir eine Notiz. Das hat mir schon oft geholfen. In der Regel hefte ich einen kleinen Zettel mit den Notizen in die Zeitschrift zum Schnitt. Dann weiß ich, wo ich nachschauen kann.
      Eines steht fest, die Hose wird getragen, denn etwas mehr Weite im Schritt hat auch was für sich. Vor allem, wenn man auf Reisen ist. Da zwickt nix.
      Also, Danke noch mal für Deine Zeilen.

  • Barbara sagt:

    Ich habe ja auch verschiedene Jeans in verschiedenen Weiten, und nach meiner Erfahrung werde auch die „zu weiten“ im Alltag immer wieder mal gerne getragen. Ich habe z.B. eine für die GArtenarbeit, die ich mit Gürtel trage, die ist viel zu weit und eigentlich Probeteil..aber sie ist so bequem zum Arbeiten! Von daher haben die alle ihre Berechtigung, es muß nicht immer alles hauteng sitzen. Und Ginger ist der beste Schnitt,da kommt einfach kein anderer heran.
    LG Barbara

    • Epilele sagt:

      Liebe Barbara, ja, diese Aufteilung habe ich mittlerweile auch. Diese Jeans werde ich dann tragen, wenn ich lange sitzen muss. Denn, da zwickt nix und das ist recht angenehm. Ich werde weiter experimentieren. Habe so viele Ideen zu Jeans, auch weil bei den gekauften oft so viel Schnickschnack ist. Den möchte ich umsetzen. Mal sehen, was davon schlußendlich tragbar sein wird.

  • seelenruhig sagt:

    Also ehrlich – an eine Jeans habe ich mich noch nie getraut – werde sie wohl ein Leben lang lieber kaufen. Ich bewundere dich dafür, es immer wieder auszuprobieren! Ich finde, sie sieht gut aus!
    liebe Grüße von Ellen

    • Epilele sagt:

      Vielen Dank liebe Ellen. Und ja, Ihr alle hier habt ja recht. Ich jammere auf hohem Niveau aber wir alle, die nähen, haben einen gewissen Anspruch an das, was so viel Zeit gefressen hat. Wer das nicht weiß, wird es auch nicht sehen. Und diese Jeans wird auf jeden Fall meine „Reise-Jeans“ werden.

  • Ina sagt:

    Du bist sehr kritisch, was ich gut nachvollziehen kann, aber mir gefällt die Hose. Mit der kleinen Falte an der Passe kann frau leben. Toll finde ich Deine Details bei den Absteppungen und Stickereien. Gerade wenn da mit Kontrastfarbe gearbeitet wird, fällt jede Ungenauigkeit auf – bei Dir dagegen ist es perfekt. Ob ich in diesem Leben wohl jemals eine Jeans nähe…? Liebe Grüße von Ina

    • Epilele sagt:

      Ich danke Dir liebe Ina. Du wirst sicherlich irgendwann eine Jeans nähen. Du bist doch neugierig und da traue ich Dir das zu. Du nähst so tolle Kleidungsstücke mit einem sehr hohen Anspruch. Da ist eine Jeans für Dich doch ein „Klacks“!!! Ich bin mir sicher, bei Dir bald eine Jeans zu sehen!

  • garnkistlein sagt:

    Auf diese Schnittumsetzung habe ich schon gewartet, denn diese Jeans will ich auch probieren, aber hadere noch mit der richtigen Größe. Darum, vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht, die ausgestellten Beine hatte ich gar nicht so gesehen. Deine Nähte sind super geworden und die Idee mit dem Schriftzug ist auch gut. Mir gefällt die Hose jedenfalls sehr und manchmal ist etwas Spielraum ja nicht verkehrt.
    LG vom Garnkistlein

    • Epilele sagt:

      Liebes Garnkistlein,
      ich finde immer, dass das doch der Sinn des Bloggens ist. Wir nähen und teilen uns das mit. Dann gehört für mich auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Schnitt dazu. Ich bin auf jeden Fall immer sehr dankbar, Infos zu einem Schnitt zu bekommen.Danke, dass Dir meine Jeans gefällt.