Blouson Rocha

Endlich habe ich den Blouson Rocha aus der LMV 5/2016 fertig genäht. Und beinahe wäre alles in der Tonne gelandet, denn irgendwie passte nichts an dieser Jacke. Aber von Anfang an. Vor etlichen Monaten bin ich auf der Rückfahrt von Hamburg bei Dana, „die Komplizin„, in ihrem Geschäft in Weyhe, in der Nähe von Bremen vorbeigefahren. Von einem Stoff war ich ganz besonders begeistert und  kaufte diesen Stoff. Zu Hause angekommen, wurde der Stoff direkt gewaschen und am nächsten Tag zugeschnitten. Aber wie das manchmal so ist, wir bekamen Übernachtungsbesuch. Das heißt immer, ich muss mein Nähzimmer für die Gäste so ordnen, dass das Gästebett auch frei ist. Und so kam es, dass ich den neu gekauften und zugeschnittenen Stoff in meinen Stoffschrank einräumte, andere Stoff darauf packte – und schlußendlich vergaß.

Beim letzten Sewingbythesea in Scharbeutz hatte ich den zugeschnittenen Blouson auch eingepackt, aber nicht geschafft fertig zu nähen. Also wurde alles wieder in meinen Stoffschrank eingeräumt – und vergessen.

Anfang September, gut erholt vom Urlaub, suchte ich etwas in meinem Stoffschrank und fand ihn, diesen schmählich vergessenen Blouson wieder. Jetzt aber ran an die Nähmaschine dachte ich.

Beim Zuschnitt vor vielen vielen Monaten hatte ich zwar alles in meiner Größe 38 zugeschnitten, aber nicht bedacht, dass der Blouson Rocha aus der La Maison Victor aus einem dick gefütterten Stoff genäht ist. Mein Stoff ist aber weder dick wattiert noch gefüttert. Nun denn, ich habe trotzdem angefangen, den Blouson zu nähen. Und es kam was kommen musste, die Jacke war viiiiiel zu groß. Nicht zum ersten Mal in meinem Nähleben kam also der Trenner zum großen Einsatz. Wieder einmal musste ein genähtes Teil auseinander genommen und neu zugeschnitten werden. Ihr merkt, bei mir hat so manches genähte Teil eine Geschichte. Irgendwann war mein neuer Blouson aber doch fertig und hier ist er:

Eigentlich sollten die Taschen schöne Pattentaschen werden aber da hatte ich einen Knoten im Kopf und habe sie „versaut“. Da nicht mehr genug Stoff da war (als der Blouson fertig war, fand ich natürlich den Rest von dem Stoff. Hm) musste ich die Taschen ändern und habe normale Eingriffe in die Naht gemacht. Und jetzt folgen ganz viele Fotos.

 

Hier kann man schön diese interessante Stoffstruktur und das Muster erkennen.

 

Von innen ist der Stoff „Eierschalenweiß“ und damit ich die Jacke auch im Haus tragen kann, ist sie nicht gefüttert. Jetzt zu dieser Jahreszeit finde ich das ganz ideal und wenn mir kalt ist, kann ich immer noch einen Mantel oder eine dicke Jacke drüber ziehen. Jetzt bin ich froh, dass ich mich endlich an dieses Teil gewagt habe, denn ich fühle mich darin sehr wohl.

Und nun bin ich froh, dass ich es doch noch schaffe, beim heutigen MeMadeMittwoch dabei zu sein. Zum Glück hatte ich den Beitrag schon in der letzten Woche zu Hause geschrieben. Hier in der Klinik, in der ich die nächsten drei Wochen bin, hätte ich heute nicht die Kraft gehabt, den Beitrag zu verfassen. Im nächsten Monat ist alles anders. Bis dahin.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare

  • schildkroete sagt:

    Das hat sich gelohnt ihn fertig zu nähen! Cooles Teil!
    Ich wünsch´dir das Allerbeste!!!!!
    Liebe Grüße, wir sehen uns in HH
    Sabin

  • Moni K. sagt:

    Eine tolle Jacke und ich kann verstehen, dass du von dem Stoff so begeistert bist!
    LG Monika

  • Und wie immer bei dir ist es am Schluss noch ein richtig schönes Teil geworden. Das muss man auch erst mal können! Halt die Ohren steif! LG Christiane

  • Ich konnte sie ja bereits in echt bewundern! Erhol dich gut. LG Carola

  • Barbara sagt:

    Trotz der widrigen Umstände und „Nähkrimi“ ist ein richtig cooles Teil entstanden, gefällt mir sehr gut! Mit der Jeans toll kombiniert, ich könnte mir aber auch eine edlere Version mit einem schwarzen Rock gut vorstellen.
    Alles Gute für dich in der Klinik- hoffentlich nichts Schlimmeres?
    LG Barbara

  • kuestensocke sagt:

    Was für eine Odysse – wie konnte dieser besondere Stoff nur so lange aus Deinem Blickfeld verschwinden? Toll gelungen ist Deine Jacke, gefällt mir sehr! LG Kuestensocke

  • Birgit sagt:

    Deine Mühe hat sich gelohnt. Der Blouson ist toll geworden. Alles Gute und viel Kraft für dich. Liebe Grüße, birgit

  • Susanne sagt:

    Bei uns ist auch das Gästezimmer zugleich mein Nähzimmer, : ).
    Ich bewundere ja, dass du jedes Mal dranbleibst und einen Schnitt komplett wieder auseinandernimmst und neu nähst, wenn du dich in der Größe vertan hast; aber wenn ich deinen Blouson sehe, wundert es mich auch wieder nicht; das Ergebnis überzeugt auf hganzer Linie..
    LG von Susanne

  • Ina sagt:

    Auseinandernehmen und von vorne anfangen – Hut ab. Aber es hat sich gelohnt, denn der Stoff ist wirklich besonders und macht den Blouson zum Hingucker. Alles Gute für Dich und wir sehen und in Hamburg – ich freue mich, dich kennenzulernen. LG Ina