Ich habe es geschafft!

Ich bin ja so froh, dass ich es geschafft habe, meinen „geerbten“ Mantel umzuarbeiten. Aber von Anfang an.

Vor vielen Jahren starb die Tante meines Mannes und wir hatten die Aufgabe, ihr Zimmer im Seniorenheim zu räumen. Viel war ja nicht mehr da, alles was sie in ihrer Wohnung hatte, war schon vorher an die Familie verteilt worden. Aber es gab da einen Dufflecoat, von dem sie uns ganz oft erzählt hatte und den sie wie einen Schatz hütete. Sie hatte sich diesen Mantel auf einer ihrer vielen Reisen in Schottland gekauft.

In jedem Winter stehe ich vor dem Spiegel und probiere genau diesen Mantel an. Aber, es ist wie im letzten und in den Jahren davor, ich passe NICHT in diesen Mantel!!!! Schade, denn er ist aus einer ganz besonderen Wolle und wirklich sehr!!! warm. Also, was soll ich machen?

In diesem Jahr habe ich mich dazu entschlossen, dass ich ihn umändere. Ich meine, seit vielen Jahren hängt dieses Schätzchen auf unserem Speicher und wird nicht besser!

So stand ich vor ca. drei Wochen, wie in jedem Jahr vor dem Spiegel und überlegte, wie ich das nun am besten gestalte. Ich meine, ich habe ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder es gelingt oder ich versemmel das Ganze. So kann ich den Mantel nicht tragen! Leider habe ich kein Foto vom viiiiil zu großen Mantel gemacht.

Aber hier seht Ihr, wie ich gerade mit der Schere beherzt das Rückenteil durchschneide. Huch, das war schon ein spannender Moment!

Ich hatte echt Bedenken, ob das wohl das Richtige ist!

Das ist mir wirklich nicht leicht gefallen – aber ich hatte nichts zu verlieren. Und so habe ich den Rückenkollar (heißt das so? Ich weiß es garnicht so genau) abgetrennt und das Rückenteil und auch diesen Kollar durchgeschnitten und auf jeder Seite ca. 4-5 cm weggeschnitten.

So eine dunkle Farbe läßt sich schlecht fotografieren. Aber hier sieht man ganz gut, dass ich das Rückenteil durchtrennt habe und mit einem Schrägband auf jeder Seite eingefaßt  habe.

Nachdem dies getan war, mußte alles wieder zusammen genäht werden. Das war nicht einfach. Meine Nähmaschine stieß dabei an ihre Grenzen, denn so viele dicke Wollstoffschichten waren nicht einfach zu bewältigen. Ein kleines Stück mußte ich mit der Hand nähen, weil die Maschine sich weigerte darüber zu nähen.

Und natürlich mußte auch des „Echtheitszertifikat“ wieder eingenäht werden.

Jetzt sieht mein Mantel so aus.

Na ja, nicht so ganz gerade sehe ich gerade habe ich das „Echtheits-Zertifikat“ wieder eingenäht. Hm. Aber das lasse ich jetzt so.

Die Ärmel habe ich auch enger genäht und zusätzlich habe ich noch Bündchen eingenäht weil mir die Ärmel zu kurz waren. Ich bin ja eine richtige Frostbeule.

Und jetzt? Jetzt freue ich mich darüber, dass ich zum Daunenmantel noch einen warmen Wollmantel mit Geschichte habe.

Ich bin echt stolz auf mich, dass ich mich an dieses Abenteuer gewagt habe. Der Mantel sitzt jetzt wie für mich genäht und beim Bloggertreffen in Köln vom 17. bis 19.11. konnten ja schon einige von Euch mein neues Schmuckstück bewundern.

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